Person, Objekt, Landschaft – der neue Buchcover Dreiklang

Earl

Ein (schlechter) Traum von einem Cover

Ach, wir haben uns ja schon lange daran gewöhnt. Sobald ein muskelbepackter Adliger mit geöffnetem Hemd seine starken Arme um die Schultern der Dame legt, der im nächsten Moment das Kleid vom Körper zu gleiten droht, wissen wir, Softporno mit flacher Handlung im Anmarsch. Der Liebesroman ist nicht wegzureden und nicht wegzudenken.

Jetzt ist ein neuer Trend auf dem Vormarsch und er ist wesentlich subtiler. Leise schleicht er sich heran, oft in Gestalt eines Generationen übergreifenden Historienromans. Aber immer mit einer Liebesgeschichte. Und scheinbar ist kaum ein Verlag davor gefeit: Heyne, Bastei Lübbe, Random House (blanvalet), Goldmann, Piper. Die Reihe ist unvollständig.

Und geht in die nächste Buchhandlung. Ihr werdet schnell fündig werden, denn diese Romane werden nicht unter der Ladentheke versteckt. Nein, sie liegen ganz vorne aus! Denn sie sehen auf den ersten Blick … hübsch aus.

Kennst du eins, kennst du alle

Sie zu erkennen ist lächerlich einfach. Zunächst: eine Person. Meist mit abgewandten Kopf, so darf sich jeder in seiner Fantasie ein Wunschgesicht ausdenken. Man soll ja ins Träumen kommen. Der Blick richtet sich dem Ort der späteren Handlung, einem Sehnsuchtsort, zu. In der Regel ist dies ein unbelebtes Objekt: ein Haus, ein Schloss oder eine Stadtkulisse. Eingerahmt wird die Szene von einer Landschaft. Ein Feld, ein Park oder eine Allee. Hier lässt sich schon die Jahreszeit und die Stimmung ablesen. Luftige Sommerbrise? Es wir seicht. Schnee und Kälte? Es liegen mehr Hürden auf dem Weg.

Selbst ohne das Buch aufgeschlagen zu haben, wissen wir jetzt eine ganze Menge. Jemand wird aus einer Außenseiterposition in eine neue Umgebung kommen, es werden Hürden genommen werden, aber am Ende ist man Teil der Gemeinschaft und nebenbei hat sich noch eine gute Partie aufgetan.

Ich habe Unrecht? Überzeugt mich.

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