Deutscher Buchpreis: es gewinnt, was sich verkauft

Für Buchpreise sollte höchstens gelten: es verkauft sich, was gewinnt. Das klingt ganz logisch, denn Preise schaffen eine Aufmerksamkeit für Autoren und Buchtitel. Und die Zugkraft eines Literaturnobelpreises ist unmittelbar einleuchtend. Aber echte Juryarbeit erfordert eine intensive Beschäftigung mit den Buchtiteln. Und diese Arbeit scheint man sich beim Deutschen Buchpreis nicht mehr machen zu wollen.

Nachzulesen ist dies beim Tagesspiegel:

Tagesspiegel: Jury zum Deutschen Buchpreis diskreditiert sich vorab

Es ist nicht sinnvoll, diejenigen in die Jury zu setzen, deren beruflicher Erfolg davon abhängt, wie viele Bücher sie verkaufen. Und was Juryarbeit bedeutet, der kann dies wundervoll bei Siegfried Lenz nachlesen.

Ich tippe jetzt den Buchpreisgewinner nach Relevanz in den Buchshops: Brüder – von Jackie Thomas

Wird auf allen Shortlists auf Platz Eins angezeigt und die können nicht irren. Oder?

Update 19:30 Uhr, 14.10.2019

Wie gerade bekannt wurde, hat den Deutschen Buchpreis Herkunft von Saša Stanišić gewonnen. Wäre zwar der Relevanztipp Nummer Zwei gewesen, aber vielleicht zählt Inhalt ja doch etwas. Oder einfach das aktuelle Thema? Ach, lass wir für heute diese Fragen. Herzlichen Glückwunsch, Saša Stanišić!